HUBER.HUBER

Copyright 2020 / 2021
huber.huber and the authors

Biennale

VORÜBER_GEHEND IDYLLE UND KÜNSTLICHKEIT
27. Mai bis 12. September 2021

7. Biennale Weiertal, Winterthur

Durch Kurator Luciano Fasciati geladene 20 Künstlerinnen und Künstler
Judith Albert, Remo Albert Alig & Marionna Fontana, Selina Baumann, Reto Boller, Andrea Giuseppe Corciulo, Alex Dorici, Marianne Engel, Sonja Feldmeier, Katharina Henking, huber.huber, Isabelle Krieg, Pascal Kohtz, Carmen Müller, Zilla Leutenegger, Roman Signer, Sandro Steudler, Olga Titus, Not Vital

Den BesucherInnen der Biennale im Kulturort Weiertal sollen an einem aussergewöhnlichen Ort Zugänge zur Kunst ermöglicht werden, verbunden mit dem Anspruch, die Kunst mit der Natur zusammenzuführen.
Ausgehend von einem aktuellen Skulpturenbegriff, welcher heute die verschiedensten Medien einbindet, werden ortsspezifische Objekte und raumbezogene Interventionen präsentiert, welche miteinander in eine Dialog treten und sich inhaltlich, formal oder materiell auf den Ort beziehen, Dabei wird der Spielraum zwischn der Natur, dem Idyllischen der Parkanlage und der Künstlichkeit ausgelotet.
Ziel der Ausstellung ist eine vielschichtige Auseinandersetzung mit dem Kulturort Weiertal durch das Einbinden künstlerischer Interventionen.

huber.huber

Stets mit einem poetisch-ästhetischen Anspruch und einer Nuance Ironie und Skurrilität kommentieren Reto und Markus Huber (*1975, Münsterlingen) künstlerisch das wechselhafte Verhältnis von Menschen, Natur und Kultur. Als Künstlerduo arbeitet huber.huber vielschichtig und konzeptionell in den Bereichen Zeichnung, Collage, Fotografie und Installation, wovon sie an der Biennale Weiertal ein breit-fundiertes Spektrum zeigen. Die beiden Künstler sind genaue Beobachter des Zeitgeschehens und halten mit ihrer Kunst der Gesellschaft pointiert einen Spiegel vor. Sie tun dies ohne zu moralisieren, dafür mit einer humorvollen Aufforderung zur kritischen Selbstreflexion.

Im Weiher des Gartens schwimmen Goldfische über der Wasseroberfläche in den hohen Türmen einer gläsernen Stadt. Was einer post-humanen Science-Fiction Erzählung anmutet, ist huber.hubers Installation Funktionale Verstädterung – Städte voller Glück und durchaus real. Der Begriff der «Funktionalen Verstädterung» bezeichnet die städtisch-infrastrukturelle Erschliessung ländlicher Regionen. Dieses globale Phänomen wendet huber.huber gezielt auf den Teich an, indem das Künstlerduo eine Stadt aus Glaskörpern baut, den Weiher mit den Fischtürmen architektonisch verdichtet und den Lebensraum der Fische damit erweitert.
Der Goldfisch – ein Symbol des Glücks – ist ein gezüchtetes Produkt des Menschen mit dem Zweck, schönes Haustier und Glücksbringer zu sein. Für das Künstlerduo manifestiert sich im Goldfisch – der auch im Weiertal künstlich angesiedelt wurde – exemplarisch nicht nur die Überzüchtung von Tieren durch den Menschen, sondern auch dessen Instrumentalisierung der Natur. Im Fokus ihrer Arbeit steht folglich weniger das Tier, als vielmehr der Mensch, dessen Verhalten durch den Einsatz der Goldfische entlarvt, persifliert und akzentuiert wird. Die Goldfische in ihren gläsernen Kuben stellen das Verhalten des Menschen mit seinem Verlangen nach Macht zur Schau.

Als Gegenszenario zum sommerlich-blühenden Aussenraum, macht huber.huber im Ausstellungsraum in aktueller und politischer Manier das Eis zum Thema. Während drei in Glaskuben schwimmende Keramikskulpturen in Form von Eisbergen sowohl eine atemberaubende Naturschönheit zeigen, als auch Klimafragen aufwerfen und Gefahr implizieren, geht die dreiteilige Fotoarbeit Vom Sterben der Gletscher einen Schritt weiter und fordert die Besucherinnen und Besucher zur Interaktion auf. Die auf Aluplatten gedruckten Fotografien einer Gletscherkante zeigen abgebrochene Eisstücke. Diese langsam voranschreitende Fragmentierung kann von Ihnen eigenhändig weitergeführt werden, indem Sie dazu eingeladen sind, mit einem Metallstift die Oberfläche der Fotografie – und damit ideell den Gletscher – abzutragen. Dieser Akt führt grotesk und radikal vor Augen, wie unsere Lebensweise sich negativ auf die Erde auswirkt. Das taube Gefühl einer Ohnmacht gegenüber den Veränderungen des Planeten manifestiert sich schliesslich im Werk Monolith, wo aufsteigender Wassernebel an den Wänden eines durchsichtigen Kubus’ haften bleibt, Tropfen formt und schliesslich in Form von Tränen herunterrinnt. Seraina Peer

huber.huber
Funktionale Verstädterung – Städte voller Glück, 2021
Glas, Stahl, Holz, Masse variabel
Fotos: Karin Hofer & Maja von Meiss

huber.huber
Vom Sterben der Gletscher, 2021
Fotografie auf Alu (Chromaluxe), 3 Stück, 60 x 90 cm, Edition 2 + 1EA

huber.huber
Eisberge, 2021
Keramik, Lack, Glastank, Wasser, 35 x 35 x 70 cm

huber.huber
Monolith (klein), 2021
Glas-Monolith, Ultraschall-Vernebler, Wasser, 30 x 15 x 60 cm

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